Armut reduzieren und Profite machen mit Mikrokrediten? Kontrovers diskutieren im Rollenspiel

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In dem Bildungsangebot geht es um die Reflexion von Mikrokrediten, einem beliebten Instrument der Entwicklungszusammenarbeit, mit dem im Globalen Süden das Ziel der Armutsbekämpfung verfolgt wird.

Im ersten Teil klären wir, was Mikrokredite sind und wie sie innerhalb eines globalen Netzes verschiedener Finanzakteur*innen bereitgestellt werden. Diese Akteur*innen verfolgen neben der Armutsbekämpfung auch Renditeziele. An Beispielen aus Kambodscha sehen wir, dass die finanziellen Ziele zu Praktiken (hohe Zinsen, Überschuldung, unflexible Rückzahlungsbedingungen) gegenüber den Kund*innen führen können, die im Widerspruch zum Ziel der Armutsbekämpfung stehen.

Im zweiten Teil schlüpfen die Teilnehmenden in die Rollen der verschiedenen Akteur*innen im Mikrofinanzfeld – zum Beispiel die eines Kreditnehmers oder die einer Investorin. Auf einem ‚Krisengipfel‘ versuchen sie, diesen Konflikt zwischen Renditezielen und Armutsbekämpfung aufzulösen. Dazu entwickeln sie aus ihrer jeweiligen Perspektive und Interessenlage Vorschläge, die sie anschließend mit den anderen Rollen, die z.T. divergierende Interessen verfolgen, verhandeln mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden.

Im letzten Teil diskutieren die Teilnehmenden nunmehr aus ihrer persönlichen Perspektive, inwiefern die Vorschläge des ‚Krisengipfels‘ sinnvoll sind, um die proklamierte Zielsetzung der Armutsbekämpfung zu erreichen.

Entwicklung und Referent*innen: Bonny Dikongue und Sophia Cramer; auf der Basis von Forschungen und praktischen Erfahrungen im Mikrofinanzfeld. Bei Rückfragen oder Interesse an außerschulischen Veranstaltungen: sophia.cramer@uni-tuebingen.de

Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum e.V. – EPIZ

Am Sudhaus 2 (Altbau, 3.OG)
12053 Berlin

Kontakt:

Anne-Kathrin Bruch
Tel. 030 692 64 19
E-Mail: bruch@epiz-berlin.de
www.epiz-berlin.de

Organisatorische Infos:

Die Dauer des digitalen Echtzeit-Bildungsangebotes beträgt 4 Stunden (inkl. Pause). Der Teilnahmebeitrag für eine Schüler*innengruppe beträgt 40 Euro. Bei Interesse an außerschulischen Veranstaltungen nehmen Sie bitte Kontakt mit der Referentin Sophia Cramer auf.

Politikwissenschaft (gymnasiale Oberstufe):
  • 4.4 Internationale Entwicklung im 21. Jahrhundert

Sozialwissenschaften (gymnasiale Oberstufe):
  • 4.4 Wirtschaft und Gesellschaft, Recht und Politik im internationalen System

Wirtschaftswissenschaft (gymnasiale Oberstufe):
  • 4.2 Wirtschaftspolitische Konzeptionen
  • 4.3 Wirtschaftspolitische Handlungsfelder
  • 4.4 Gesellschaftsökonomische Problemfelder in der Europäischen Union

Geografie (gymnasiale Oberstufe):
  • 4.3 Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel

Ausbildung Bankkaufmann*frau:
  • 1 Rolle im Betrieb und Wirtschaftsleben gestalten
  • 8 Beraten über Anlagemöglichkeiten
  • 10 Beurteilung von gesamtwirtschaftlichen Prozessen

Ausbildung Investmentkaufmann*frau:
  • 2 Fondsinhalte beurteilen und auswählen
  • 3 Marktorientierte Geschäftsprozesse einer Kapitalanlagegesellschaft erfassen
  • 4 Investmentfondskunden beraten und betreuen
  • 10 Unternehmen und ihr Umfeld unter Anlagegesichtspunkten analysieren

Ausbildung Kaufmann*frau für Versicherungen und Finanzen:
  • 14 Kunden über Finanzprodukte informieren
  • 15F Finanzanlagen vermitteln

Ausbildungsübergreifend: Sozialkunde/Wirtschafts- und Sozialkunde:
  • Pflichtmodul 5 Bewusst in einer globalisierten Welt leben
  • Wahlpflichtmodul 10 Grundlagen wirtschaftlichen Handelns beurteilen
  • Wahlpflichtmodul 14 Armut als Ursache weltweiter Wanderungsbewegungen erkennen