Qualitätskriterien für die Berliner Organisationen

Qualitätskriterien für entwicklungspolitische Bildungsarbeit und Globales Lernen in den Schulen des Landes Berlin (Stand 18.12.2008)

 

Schulen sollen verstärkt auf die vielfältigen, inhaltlich breit gefächerten Angebote von Organisationen außerhalb von Schule zugreifen können. Schule öffnet sich nach außen, um das Wissen und die praktischen Erfahrungen der Organisationen aus erster Hand vermittelt zu bekommen. Unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven auf ein Thema sind dabei grundsätzlich bereichernd und erwünscht.

Die Zusammenarbeit zwischen der Berliner Schule und entwicklungspolitischen Organisationen findet im Bereich Bildung statt. Die Einwerbung von Spenden sollte nicht im Mittelpunkt von Veranstaltungen stehen.

Organisationen, die in die Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schule und entwicklungspolitischen Initiativen in der Berliner Schule aufgenommen werden möchten, arbeiten nach folgenden Prinzipien:

* Der Anbieter gewährleistet verlässliche Strukturen und kann seine Angebote kompetent ausführen.

* Grundlage der Arbeit sind der Respekt gegenüber kulturellen Orientierungen und Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen, sofern diese die Menschenwürde nicht verletzen. Menschen auf allen Kontinenten sind Subjekte ihres Handelns und nicht Objekte von Hilfe. Die Veranstaltungen gehen von der grundsätzlichen Fähigkeit der Menschen aus, ihr Leben in eigener Verantwortung gestalten zu können.

* Alle Formen von Diskriminierung werden in geeigneter Form in den Veranstaltungen zurück gewiesen. Inhalte und Formulierungen, die als diskriminierend verstanden werden könnten, werden entweder vermieden oder zum Thema gemacht und hinterfragt.

* Das Bildungsangebot orientiert sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und den Grundsätzen Globalen Lernens. Es bemüht sich um eine Vernetzung der Bereiche Soziales, Politik, Umwelt und Wirtschaft im lokalen und globalen Kontext mit dem Ziel der Zukunftsfähigkeit.

* Das Bildungsangebot regt die Zielgruppe zu einer vertieften Auseinandersetzung und Urteilsfähigkeit im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des Globalen Lernens an und soll den Teilnehmenden konkrete individuelle und gesellschaftliche Handlungsperspektiven aufzeigen.

* Das Bildungsangebot ermöglicht und fördert die Gewinnung eines selbständigen Urteils im Sinne der politischen Bildung. In den Veranstaltungen wird nicht versucht, die Teilnehmenden mit indoktrinierenden Meinungsbildern zu überwältigen und sie damit an der Gewinnung eines selbständigen Urteils zu hindern. Jede Veranstaltung beinhaltet eine prinzipielle Offenheit, die es erlaubt, zwischen verschiedenen Lösungswegen entscheiden zu können.

* Das Bildungsangebot bemüht sich um eine aktive, demokratische und altersgemäße Beteiligung der Zielgruppe. Es werden gezielt Methoden angewandt bzw. entwickelt, die einen aktiven Lernprozess begünstigen.

* Die mit der Durchführung beauftragte Organisation sorgt für eine angemessene Form der Auswertung des Angebots. Sie trifft Absprachen über Vor- und Nachbereitung des Angebots mit den Schulen.

Hier finden Sie eine Liste all jener Nichtregierungsorganisationen, die den Berliner Schulen vom BER und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung bereits als kompetente und vertrauenswürdige Anbieter des Globalen Lernens empfohlen werden.