Will leben - Willkommen. Interaktive Stationen zu Flucht und Migration

Einführung und Zielsetzung

In der interaktiven Ausstellung „Will leben – Willkommen“ wird ein breites Spektrum an Ursachen und Gründen dargestellt, warum Menschen freiwillig oder unfreiwillig ihr Land verlassen. Beim Durchlaufen der Stationen wird man in die unterschiedlichsten Szenarien hineingenommen. Die Komplexität an Ursachen zunächst einmal wahrzunehmen, wäre eine erste wichtige Zielsetzung. Ob all diese Gründe dazu führen können, dass jemand bei uns Aufnahme findet, ist eine schwierige Diskussion, die vermutlich in den Auswertungsrunden geführt wird. Denn wer verstanden hat, dass unsere Lebensweise mit dazu beiträgt, Menschen die Existenzgrundlage zu entziehen, tut sich schwerer damit, ihnen die Aufnahme in Europa gänzlich zu verweigern. Einfache Antworten gibt es derzeit auf diese Fragen nicht.

Es ist eine wichtige pädagogische Aufgabe, (junge) Menschen darin zu stärken, Komplexität auszuhalten. Ohnmachtsgefühle aufgrund moralischer Überforderung oder Abwehr aufgrund des Gefühls der persönlichen Bedrohung sind dabei wenig hilfreich. Diese Gefühle nutzen Populisten aus und zeigen allzu einfache Lösungswege auf.

Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit durch gemeinschaftliches Handeln ist eine bessere Option. Die Stationen „Was kann ich tun?“ und „Guter Rat beim Ankommen“ laden dazu ein, aktiv zu werden – sei es in der Begegnung mit Geflüchteten, im Fairen Handel, im politischen Engagement oder durch einen bewussten Lebensstil.


Bestandteile

Die interaktive Ausstellung besteht aus einem einführenden Banner sowie Materialien für acht Stationen, verpackt in einem Koffer und in einer Tasche für das Banner. Jede Station enthält ein interaktives Element, eine „Aktion“.

Verbindendes Element ist das Reisetagebuch, das jeder Teilnehmende erhält und das ihn von Station zu Station begleitet. Zur weiterführenden Vertiefung der Stationen „Senegals leere Fischernetze“ und „Europa – woher kommt der Fisch?“ kann der Film „Barça ou Bassa“ (35 Min.) gezeigt werden. Wir empfehlen, ihn ab 16 Jahren einzusetzen. Die Mappe „Menschen auf der Flucht“ empfehlen wir Ihnen als Einstiegslektüre.


Zielgruppe

Die Inhalte sind geeignet für alle Altersgruppen ab 14 Jahren.


Zeitbedarf

Für das Durchlaufen aller Stationen werden ca. 1,5 – 2 Zeitstunden benötigt. Dies variiert je nach Alter und Größe der Kleingruppen. Da die Stationen nicht aufeinander aufbauen, können Kleingruppen gleichzeitig an verschiedenen Stationen beginnen und dann reihum nach ca. 10 - 15 Minuten pro Station wechseln. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass jede und jeder alle Stationen durchläuft. In einer gemeinsamen Auswertungsrunde kann der Inhalt wechselseitig vorgestellt werden.


Gruppen und Einzelpersonen

Die Stationen sind konzipiert für Gruppen bis zu 32 Personen, die in Vierergruppen die Stationen durchlaufen oder für Einzelpersonen (Laufpublikum) bei kleineren Veranstaltungen.


Betreuung und Begleitung

Das Gesamtkonzept sieht vor, dass eine Person die Stationen betreut und für Rückfragen zur Verfügung steht. Bei Gruppen ist ein gemeinsamer Beginn zu empfehlen, bei dem die Stationen vorgestellt werden. Dabei könnte man schon einmal fragen, wessen Familie oder Vorfahren aus einem anderen Land kommen. Ebenso sollte eine Auswertungsrunde stattfinden. Dabei können die Stationen anhand des Reisetagebuches durchgegangen und die dahinter liegenden Themen und Fragen aufgegriffen werden.


Raumbedarf und Ausstattung

- Raum mit 8 Tischen für 8 Stationen
- 1 Tisch zur Auslage der Reisetagebücher
- Für Eintragungen in das Heft bitte Stifte bereitstellen
- Stuhlkreis für die Einführungs- und Auswertungsrunde
- Ggf. ein weiterer Raum sowie Laptop, Lautsprecher und Beamer zum Zeigen des Films „Barça ou Bassa“


Übersicht Ausleihstationen und Ansprechpersonen: www.brot-fuer-die-welt.de/gemeinden/jugend-konfirmanden/ausstellung-flucht/