Handreichung - Globales Lernen an Berliner Schulen

Im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung - Handreichung für den Untericht der Sekundarstufen in gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern und Sprachen

 

Hier können sie die Handreichung downloaden

 

Vorwort

Globales Lernen im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung hat seinen Platz in der Berliner Schule gefunden. Die Rahmenlehrpläne fordern ein, den Bezug zu den gesellschaftlichen Entwicklungen herzustellen, die durch den immer schneller werdenden Wandel einer durch Globalisierung geprägten Welt gekennzeichnet sind.Diese globalen Zusammenhänge sind in Berlin überall sichtbar und fordern die Herausbil dung entsprechender Kompetenzen: Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft erfordert interkulturelle Kompetenzen; für zukunftsfähige Produktionsweisen werden nachhaltige Lösungen gesucht; Verbraucher entscheiden mit über die Herstel lungsbedingungen und Qualität von Produkten. Wer mehr über die Entwicklungsstränge weiß, wer die Zusammenhänge von Produktion und Handelsströmen, von den Bedingungen für Armut und Entwicklung kennt, der kann auch mutiger an sein eigenes Leben und an sein berufliches Werden herangehen.

Welches Rüstzeug brauchen Schülerinnen und Schüler in Zeiten der Globalisierung, in derso gut wie alle Lebensbezüge eine internationale Dimension erhalten? Junge Menschen müssen befähigt werden, ihre Beziehungen zu anderen in Respekt, Gleichberechtigung und friedlicher Verständigung zu gestalten. Durch die Entwicklung von interkulturelen Kompetenzen sollen sie zum gewaltfreien Zusammenleben der Kulturen beitragen können. Gesellschaftliche Teilhabe erfordert auch die Fähigkeit zur aktiven Mitwirkung in der Gesellschaft und zur Übernahme von Mitverantwortung im globalen Zusammenhang. Neben dem Erwerb des notwendigen Wissens sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, die Auswirkungen des eigenen und des gesellschaftlichen Handelns auf die natürlichen lokalen und globalen Lebensgrundlagen zu erkennen, für ihren Schutz einzutreten und sie für die folgenden Generationen zu erhalten. Mehr denn je werden junge Menschen gebraucht, die fähig und bereit sind, sich über alle sozio-kulturellen, religiösen, politischen, gesellschaftlichen und normativen Grenzen hinweg verantwortungsvoll und getragen von gegenseitigem Respekt miteinander zu verständigen und weltweit zu kooperieren.

Diese Erziehungsziele sind im Berliner Schulgesetz festgeschrieben. In den Rahmenlehr plänen aller Schulstufen nimmt die Beschäftigung mit Aspekten der Globalisierung breiten Raum ein. Die jüngst von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft veröffentlichten Curricularen Vorgaben für den Lernbereich „Lernen in globalen Zusammenhängen“ im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie dazugehörige Handreichungen und Unterrichtsmaterialien bieten dazu eine praxisorientierte Grundlage.

Um diese großen Herausforderungen bewältigen zu können, kann Schule auch auf ein breites Feld von Unterstützern aus dem außerschulischen Bereich zugreifen. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft fördert diese gute Zusammenarbeit nach Kräften. Seit 2008 gibt es eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schule und entwicklungspolitischen Initiativen. Schulen wird damit der Zugang zu den vielfältigen, inhaltlich breit gefächerten Angeboten der Organisationen erleichtert. Die Organisationen verpflichten sich im Gegenzug zur Qualitätssicherung der Angebote. Alle in diesen Handreichung vertretenen Organisationen haben sich verpflichtet, den Anforderungen der Rahmenvereinbarung zu entsprechen.

Die nun vorliegende Handreichung bietet Lehrerinnen und Lehrern eine schnelle Zugriffsmöglichkeit auf die Angebote von 18 außerschulischen Organisationen zum Globalen Lernen. Sie beziehen sich direkt auf die Rahmenlehrpläne von gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern und Sprachen der Sekundarstufe I und der Gymnasialen Oberstufe und ermöglichen so einen Überblick, wie der Unterricht mit dem Wissen und den konkreten Erfahrungen von Expertinnen und Experten ergänzt und belebt werden kann. Sie enthält ein umfangreiches Angebot von Veranstaltungen für Schulklassen, von themenbezogenen Seminaren für Lehrerinnen und Lehrer bis zu Vorschlägen für Projekt arbeiten, praxisorientiert und im Sinne des Globalen Lernens und für eine nachhaltige Entwicklung. Dabei arbeiten schulische wie außerschulische Partner, ganz im Sinne des Berliner Schulgesetzes, Hand in Hand und ergänzen sich in ihren jeweiligen Perspektiven.

Besonders gute Möglichkeiten bieten die Organisationen bei dem in Schule nicht immer leicht umzusetzenden Ziel, Handlungsoptionen zu eröffnen, Wege aufzuzeigen, wie sich Schülerinnen und Schüler engagieren können für eine gerechtere Welt. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ist Mitherausgeber dieser Broschüre und hofft, dass diese vielfältigen Angebote – auch in Form von Fortbildungen für die Fachbereiche – bei der Realisierung des Lernens in globalen Zusammenhängen hilfreich sein werden.

Ich freue mich, wenn von dem vorliegenden Angebot reger Gebrauch gemacht wird.

Reinhold Reitschuster, Oberschulrat